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Praxisphase in den USA

Ich erhielt, wie alle dualen Maschinenbau-Studenten bei Putzmeister, die Möglichkeit die Praxisphase des dritten Semesters bei einer ausländischen Tochtergesellschaft zu verbringen. In meinem Fall ergab sich die Chance den Auslandsaufenthalt in den USA bei Putzmeister America (PMA) in Racine (Wisconsin) zu absolvieren. Am 23. Januar 2017 war es soweit. Von Stuttgart ging es über Amsterdam nach Chicago. Ab Chicago folgte noch eine einstündige Busfahrt, um schließlich in Racine anzukommen.

Direkt nach der Ankunft konnte ich mir einen ersten Eindruck vom Putzmeister-Werk in Racine verschaffen. Dieser war sehr positiv. Das Werk wirkt von außen sehr gepflegt und ich wurde äußerst freundlich empfangen. Bei PMA werden circa 400 Mitarbeiter beschäftigt, mit denen der lokale Markt abgedeckt wird.

 

Das Putzmeister-Werk in America
 
Während dem neunwöchigen Aufenthalt bei PMA konnte ich in einem Haus direkt neben dem im vorigen Bild gezeigten Werk wohnen. Das Haus ist mit allem ausgestattet, was man zum komfortablen Leben braucht und auch der sehr kurze Weg zur Arbeit war sehr angenehm.
 

Meine Unterkunft
 
Das Projekt, das ich im Zuge dieses Praxiseinsatzes bearbeiten durfte, war „die Optimierung des Kanbansystems bei PMA“. Wie bei Putzmeister in Aichtal, wird auch bei PMA ein Großteil des Materials über das Kanbanprinzip bereitgestellt. Meine Aufgabe war es, die Ist-Situation zu analysieren und daraus die wichtigsten Optimierungsmöglichkeiten zu erfassen sowie Optimierungen durchzuführen.

Ein großer Optimierungspunkt waren die physischen Anpassungen. Hierbei war vor allem die Verbesserung der Sichtbarkeit der Kanbanbehälter von großer Bedeutung. Dazu habe ich Kanbanlabel an den Regalen angebracht und ausgewählte Regale umstrukturiert. Unter die physischen Anpassungen fallen außerdem das Entfernen von nicht benötigten Kanbanbehältern sowie von Müll aus den Kanbanregalen und die Platzierung der Kanbanbehälter in den Versorgungsbereichen, in denen sie wirklich benötigt werden.

Ein weiterer Optimierungsansatz war die Verbesserung der Übereinstimmung der physischen Regelkreise mit den im SAP System hinterlegten Regelkreisen. Für die externen Kanbanteile habe ich Regelkreise erstellt, die zuvor nur vereinzelt existiert hatten. Außerdem fügte ich zu den SAP Regelkreisen die Lagerorte der jeweiligen internen sowie externen Kanbanbehälter hinzu. Auch diese beiden Maßnahmen sollen zu einer Verbesserung der Sichtbarkeit und damit der Kontrolle über die Kanbanbehälter führen.

Da die Ist-Analyse gezeigt hat, dass bei PMA weder zur Dimensionierung der Kanbanregelkreise, noch zur Entscheidung, wann ein Teil Kanbanteil sein soll und wann nicht, klare und erkennbare Regeln vorlagen, war es mein Ziel eben diese Regeln zu schaffen.

Zur Dimensionierung der Regelkreise habe ich Formeln erstellt, anhand derer der optimale Behälterinhalt in Abhängigkeit des Bedarfs, des Werts und der Verbrauchskonstanz eines Teils bestimmt werden kann. Bei diesem optimalen Behälterinhalt sind die entstehenden Kosten am geringsten. Das im darauffolgenden Schritt erstellte Excel-Tool gibt nach Eingabe einer bei PMA verwendeten Materialnummer den optimalen Behälterinhalt und die optimale Behälterumschlagsanzahl für dieses Teil an. Außerdem erstellte ich für einen großen Anteil der Teile eine Tabelle, die die tatsächlichen und die berechneten Behälterinhalte gegenüberstellt und damit die potenziell einzusparenden Kosten aufzeigt.

Um entscheiden zu können, ob ein Teil Kanbanteil sein soll oder nicht, habe ich den Ansatz gewählt, die reinen Transportkosten, die entstehen, wenn das Teil kein Kanbanteil ist, mit den Kosten zu vergleichen, die das Teil als Kanbanteil verursacht. Die Kanbankosten werden hierbei analog zur Dimensionierung berechnet. Neben den Kosten wurde für die Entscheidung, Kanban ja/nein, aus Platzgründen auch die Größe des jeweiligen Teils miteinbezogen. Auch hier erstellte ich ein Excel-Tool. Dieses gibt unter Eingabe einer Materialnummer sowie weiterer optionaler Angaben, wie dem Teilevolumen, an, ob ein Teil über Kanban bereitgestellt werden soll oder nicht. Im Folgenden wurde eine Massenanalyse der bei einer BSF 38 verwendeten Teile durchgeführt. Diese zeigt auf, welche Teile, die momentan noch keine Kanbanteile sind, aus Kostengründen Kanbanteile sein sollten. Auf diesem Weg konnten auch Teile gefunden werden, die zwar Kanbanteile sind, dies aber nicht sein sollten.

Insgesamt war die Arbeit an dem Projekt sehr interessant und spannend, da ich sehr viele Freiheiten hatte und von mir eingebrachte Vorschläge auch umgesetzt wurden. Sehr positiv war, dass ich im Zuge meiner Tätigkeiten Einblick in verschiedenste Bereiche der Produktion erhielt und mit vielen Mitarbeitern in Kontakt kam. Die überwiegend sehr gute Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern bei PMA hat mir die Arbeit an meinem Projekt stark erleichtert. Neben dem vorgestellten Projekt konnte ich auch an tagesaktuellen Aufgaben und kleineren Projekten mitwirken.

 

Kanbanregale
 
Auch in der Freizeit, nach der Arbeit und am Wochenende, wurde es während des Auslandsaufenthaltes nie langweilig. Da mir ein Auto bereitgestellt wurde, war ich sehr mobil und hielt mich häufig entweder in Racine Downtown oder den nahegelegenen Großstädten Milwaukee im Norden und Chicago im Süden auf. Neben dem Besichtigen bekannter Sehenswürdigkeiten hat es mir dabei vor allem Spaß gemacht, Sportveranstaltungen zu besuchen. Ich konnte sowohl ein Spiel der Milwaukee Bucks in der NBA als auch ein Spiel der Chicago Blackhawks in der NHL miterleben und besuchte mehrmals die in der AHL spielenden Milwaukee Admirals. Folgende Bilder zeigen einige Eindrücke.
 

Skyline von Chicago
 

Willis Tower (Chicago)
 
Landschaftlich fand ich vor allem die Küste des Lake Michigan sehr schön. Diese kann man unter anderem in Racine und in Chicago begutachten.
 

Harris Bradley Center (Milwaukee Bucks)
 
Insbesondere ist mir sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Bereich die offene und nette Art der Leute in Wisconsin positiv aufgefallen. Dadurch war es nicht schwer Anschluss zu finden und ich fühlte mich während meines gesamten Aufenthalts bei PMA wohl. Für mich persönlich war die Zeit in Racine sehr wertvoll. Ich konnte meine Englischkenntnisse deutlich weiterentwickeln. Fachlich konnte ich vor allem im Bereich des Supply Chain Managements viele neue Kenntnisse erlangen. Beim Bearbeiten meines Projektes setzte ich mich zudem zum ersten Mal intensiver mit SAP auseinander. Darüber hinaus bin ich der Meinung, dass die Zeit in den USA auch zur Persönlichkeitsentwicklung vor allem in Bezug auf die Selbstständigkeit beigetragen hat. Da dies mein erster Aufenthalt in den USA war, war es für mich außerdem sehr interessant, die amerikanische Kultur zu erleben. Ich war überrascht, dass sich die Gewohnheiten, die Verhaltensweisen, die Gesetze oder auch die Infrastruktur doch stärker von Deutschland unterscheiden, als ich zuvor gedacht hatte. Vorurteile, die über das amerikanische Essen und die Essgewohnheiten existieren, haben sich meiner Meinung nach bestätigt. Dies soll jedoch nicht bedeuten, dass mir Spareribs, Burger oder auch die lokalen Spezialitäten wie die Deep Dish Pizza nicht geschmeckt haben. Als einziger negativer Aspekt sind die in dieser Jahreszeit teilweise doch sehr kalten Temperaturen in Wisconsin zu erwähnen. Die Kälte schränkte die Möglichkeiten privater Aktivitäten etwas ein.

 

United Center (Chicago Blackhawks)
 
Zusammenfassend kann man sagen, dass ich es anderen DH-Studenten nur empfehlen kann, die Chance eines solchen Praxisaufenthaltes im Ausland wahrzunehmen. Ich bin sehr dankbar für all die Erfahrungen, die ich machen konnte und glücklich darüber, all die tollen Leute kennengelernt zu haben.

gez.
Alexander Gückel
DH-Student Maschinenbau, 4. Semester

 
 

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