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Leben und Arbeiten in der Türkei:


Blick von der Straße auf das Verwaltungsgebäude
 

Meine Praxisphase im Werk in Çerkezköy

Wie alle Duale Studenten bei Putzmeister habe auch ich im 3. Semester die Chance erhalten, eine Praxisphase an einem ausländischen Standort zu verbringen. Nachdem ich Anfang November 2015 grobe Infos zu meinem anstehenden Projekt und dem Umfeld erhalten hatte, hieß es für mich in der zweiten Januar Woche 2016 „Goodbye Germany“.
Voller Vorfreude und auch gespannt auf die anstehenden Herausforderungen ging es mit dem Flugzeug in die knapp drei Stunden entfernte Metropole Istanbul. Von dort aus sind es nochmals gut 90 Kilometer in Richtung der bulgarischen Grenze bis man das 100.000 Einwohner-Städtchen Çerkezköy erreicht.
Das Werk wiederum befindet sich nur wenige hundert Meter vom Stadtzentrum entfernt am Anfang eines rund 30 Kilometer langen Industriegebiets. Neben Putzmeister und einem bekannten deutschen Haushaltsgerätehersteller sind hauptsächlich Textilunternehmen im Industriegebiet ansässig. Das relativ neue Putzmeister Gelände mit dem großen Verwaltungsgebäude wirkt an der Vorderseite fast schon herrschaftlich. Im Werk selbst befand sich während meines Aufenthalts sowohl die Produktion der Stahlbauteile wie Mastböcke, Arme und Stützbeine als auch die Endmontage der Betonpumpen für den türkischen Markt in einer großen Halle. Allerdings wurde Ende Februar 2016 mit dem Bau einer neuen Montagehalle begonnen, um den Bedarf im Stahlbau zu decken.

 

Arbeiten im Stahlbau – Mein Arbeitsalltag zwischen Stahlblech und Schweißgeräten

Schweißer beim Säubern von
Schweißnähten am Mastbock

Mein eigentliches Projekt bestand darin, einen sogenannten „Laser Tracker“, also ein Koordinatenmessgerät in Betrieb zu nehmen und das Personal im Umgang zu schulen. Vorrangiges Ziel ist es, einzelne Arme auf ihre Maßhaltigkeit zu überprüfen. Hintergrund ist, dass die Arme aus mehreren Stahlblechen zusammen geschweißt werden. Über die gesamte Länge der Arme entsteht dabei unvermeidlich ein Verzug, welcher die Einhaltung der meisten Toleranzen unmöglich macht. Zwar werden die Arme vor der maschinellen Bearbeitung per Hand wieder begradigt, aber es fehlte bislang an einer Kontrollmöglichkeit hierfür.

Allerdings beschäftigte ich mich während den ersten beiden Wochen hauptsächlich mit Hilfsarbeiten bei REFA Zeitstudien. Zeitgleich mit mir kam ein externer Mitarbeiter aus Deutschland, um Zeitmessungen für die einzelnen Produktionsabschnitte im Stahlbau vorzunehmen. Meine Aufgabe war es dabei, die Daten digital zu archivieren und die Zeiten in diverse Kategorien einzuteilen, um dann analysieren zu können, wo eventuell noch Einsparpotential vorhanden ist. Dabei bot sich auch oft die Möglichkeit den Schweißern bei ihrer teils sehr schweren Arbeit über die Schulter zu schauen, was für mich als Mechatronik-Student ungemein interessant war und mir bei der ein oder anderen Vorlesung in Konstruktionslehre sicherlich zugute kommen wird.

Die wohl größte Umgewöhnung bestand in den längeren Arbeitszeiten. Eine weitere große Veränderung im Vergleich zu Deutschland besteht in den besonderen Sozial-Leistungen, die Putzmeister anbietet. So werden jeden Morgen und Abend die Mitarbeiter mit Shuttle Services zur Arbeit und wieder zurück gebracht. Der Grund hierfür ist denkbar einfach: Autos und deren Unterhalt sind in der Türkei exorbitant teuer. Außerdem ist die Kantine im Werk kostenlos. Jeden Mittag wird dort ein Menü bestehend aus Suppe, Hauptgang mit Beilage, Salatbuffet und Nachtisch serviert. Zwar sind die Gerichte stets relativ einfach gehalten und es gibt nur jeden zweiten Tag Fleisch, aber es hat in der Regel immer geschmeckt.

 

Land und Leute – Sightseeing am Bosporus

 
Schneefall am 26. Januar 2016 
Viele Leute verbinden die Türkei mit heißen Temperaturen und Badeurlaub. Das mag im Sommer durchaus zutreffen, allerdings sind auch im Westen der Türkei im Januar Minusgrade und Schneefall nichts Ungewöhnliches. Zudem kann es wegen der geringen Entfernung zu den beiden Meeren im Norden und Süden zu sehr starken Böen kommen.

Ich kannte die Türkei vor meinem Aufenthalt nur aus einem Sommerurlaub als 4-jähriger. Dementsprechend gering sind meine Erinnerungen daran. Umso gespannter war ich deshalb auf die Kultur und das Land selbst, denn ehrlich gesagt lernt man an typischen Touristenorten das Land auch nicht von seiner richtigen Seite kennen.

In Çerkezköy selbst gibt es nur wenig Sehenswertes. Vor allem sonntags spielt sich der Großteil des öffentlichen Lebens auf der „Atatürk Cadessi“, also der nach dem Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk benannten Straße ab. Diese verbindet die beiden Nachbarorte und führt mitten durch Çerkezköy hindurch. Entsprechend viele Geschäfte haben sich entlang dieser Verkehrsader angesiedelt.

Meine freien Wochenenden verbrachte ich hauptsächlich in Istanbul. Die Fahrt dorthin ist unproblematisch. Von dem etwas außerhalb gelegenen Busbahnhof fährt etwa alle 20 Minuten ein Reisebus nach Istanbul. Die Fahrt dauert je nach Verkehrslage etwa ein bis zwei Stunden und ist mit 13 Lira, was etwa 4 Euro entspricht, recht günstig.
Istanbul ist eine Welt für sich, denn die 15 Millionen Einwohner Metropole schläft nie und es gibt stets etwas zu entdecken.

Hauptsächlich habe ich allerdings während meiner Zeit in Istanbul Sehenswürdigkeiten besichtigt. Konstantinopel, als ehemalige Hauptstadt des Osmanischen Reichs, hat davon natürlich viele zu bieten. Neben der Hagia Sophia und der gegenüberliegenden Blauen Moschee hat mich besonders der Galata Turm beeindruckt. Von der ehemaligen Verteidigungsanlage hat man einen atemberaubenden Blick über die komplette Stadt! Einen Kurztrip nach Istanbul kann ich deshalb nur wärmstens empfehlen.

 

Blick auf die Blaue Moschee in Istanbul
 

Meine Praxisphase in der Türkei – Ein Fazit


Im Vordergrund die Einfahrt ins Goldene Horn, im Hintergrund der Galata Turm
 
Die 8 Wochen in der Türkei waren eine aufregende Erfahrung, die mich nicht nur beruflich sehr weitergebracht hat! Die Türken sind ein extrem gastfreundliches und offenes Volk, was mir die Eingewöhnung sehr leicht gemacht hat. Zwar gab es hin und wieder kleine Herausforderungen hinsichtlich der Sprache, diese konnten aber stets mit Übersetzer App oder„Händen und Füßen“ überwunden werden.
Auch wenn man bei einem Auslandspraktikum vielleicht zuerst an China oder die USA denkt, ist die Türkei durchaus eine Alternative, die ich voll und ganz empfehlen kann!
Zu guter Letzt möchte ich nochmals einen besonderen Dank an Frau Bauer und Herr Riderer als auch Herr Bilgic und Herr Bauer aussprechen, die mir das Projekt in Çerkezköy ermöglichten.

gez.
Philipp Mayer
Mechatronik Student im 4. Semester

 
 

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